Stamm: Jedes Kind repräsentiert im Erbrecht einen Stamm

 

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

 

Ein Stamm hat im Erbrecht nichts mit Holz zu tun 😉 Die „Erbfolge nach Stämmen“ ist ein Grundsatz, der bei der gesetzlichen Erbfolge zur Anwendung kommt.

Liegt kein Testament vor, gilt die gesetzliche Erbfolge. Danach wird der Erblasser nach bestimmten Erbordnungen beerbt. Die Erben der sog. „ersten Ordnung“ gehen den Erben der „zweiten Ordnung“ vor, diese den Erben der „dritten Ordnung“ usw. Wenn Erben der niedrigeren Ordnung (z.B. der ersten Ordnung, also Kinder, Enkelkinder, Urenkel ) vorhanden sind, können die Mitglieder einer höheren Ordnung (z.B. der zweiten also Eltern des Erblassers, Brüder, Schwestern, Neffen, Nichten) nicht als Erben zum Zuge kommen. Innerhalb der einzelnen Erbordnungen gilt zunächst das Repräsentationsprinzip. In der ersten Ordnung wird der Erblasser zum Beispiel von seinen drei Kindern zu gleichen Teilen (1/3) beerbt. Jedes Kind repräsentiert einen Stamm. Jeder Stamm erbt gleich viel wie der andere oder die anderen Stämmen (also bei zwei Kindern 1/2, bei drei Kindern 1/3 pro Stamm usw.Als Repräsentant dieses Stammes schließt das erbende Kind seine eigenen Abkömmlinge (also Enkel oder Urenkel des Erblassers) von der gesetzlichen Erbfolge aus. Die Enkel und Urenkel erben also nichts. Das ist das Repräsentationsprinzip.

Innerhalb eines jeden Stammes gilt das Eintrittsrecht:
Wenn nun der Repräsentant eines Stammes vor oder nach dem Erbfall „wegfällt“ kommt das Eintrittsrecht zum Zuge. Ein Kind kann als Erbe der ersten Ordnung zum Beispiel wegfallen

  • durch Versterben vor dem Erblasser (sog. Vorversterben)
  • durch Ausschlagung der Erbschaft
  • durch Enterbung des Kindes, die sich nicht automatisch auf dessen Abkömmlinge erstreckt
  • durch Erklärung der Erbunwürdigkeit (selten)
  • durch gleichzeitiges Versterben mit dem Erblasser

In all diesen Fällen treten die Abkömmlinge des weggefallenen Erben in die gesetzliche Erbfolge ein. Wenn das weggefallene Kind also 1/3 geerbt hätte, erben seine zwei Kinder jeweils 1/6 nach dem Erblasser.

Merke: Der Ehegatte des weggefallenen Kindes tritt nie an dessen Stelle in die gesetzliche Erbfolge ein, da er mit dem Erblasser nicht blutsverwandt ist.

 

Erbrechtkanzlei Ruby – Wir machen nur Erbrecht – Wir helfen Ihnen – Überall in Deutschland – Tel. 07721 / 9930505

Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

Menü