Neues Europäisches Erbrecht: Vor- und Nachteile – Großbritannien

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby

 

1. Brite in Deutschland

Ein Brite lebt in Deutschland und stirbt dort. Nach altem Recht galt englisches Erbrecht, jetzt deutsches Erbrecht. Das deutsche Nachlassgericht kann jetzt einen Erbschein über das gesamte Vermögen (auch für das in England, ob das dort anerkannt wird ist fraglich, Großbritannien ist nicht der EUErbVO beigetreten, es gilt in Großbritannien die lex rei sitae, d.h. Grundbesitz wird nach dem Erbrecht des Staates vererbt, in dem es liegt, deutsche Grundstücke nach deutschem Erbrecht und englische Grundstücke nach englischem Erbrecht) oder beschränkt auf die nur in Deutschland beschränkten Gegenstände ausstellen (billiger!). Die Erben kommen auf jeden Fall in Deutschland jetzt schneller an das Geld bei Banken.

2. Deutscher in Großbritannien

Die Europäische Erbrechtsverordnung verweist über Art. 21 ins britische Kollisionsrecht. Dort gilt die lex rei sitae, so dass deutscher Grundbesitz nach deutschem Erbrecht vererbt wird. Das sonstige Vermögen, also Geldvermögen und Immobilien in Großbritannen, z.B. England, werden nach englischem Erbrecht vererbt. Das nennt man Nachlassspaltung. Der Deutsche könnte also, wenn er seine Kinder um den Pflichtteil bringen will, die deutschen Grundstücke verkaufen, so dass er nur noch Grundstücke in England und Geldvermögen (egal ob in Deutschland oder England) hat. Dieser Nachlass würde sich vollständig nach englischem Recht richten, das keinen Pflichtteil kennt.

 

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Wichtig: Auch wenn sich auf unserer Homepage vieles für Sie einfach darstellen mag, fehlt auch dem intelligentesten Laien der Gesamtüberblick im Erbrecht. Oft werden schwierigste Punkte, die scheinbar im Vordergrund stehen, verstanden, grundlegende andere Probleme, die für den konkreten Fall wirklich entscheidend sind, aber gar nicht gesehen. Wir empfehlen Ihnen daher, unsere günstige Erstberatung von bis zu 1,5 Stunden in Anspruch zu nehmen. Die Erstberatung kann persönlich, telefonisch, schriftlich oder per Mail erfolgen. Sie kostet nur 190 Euro plus Mehrwertsteuer (eventuell noch Postgebührenpauschale, also im Ergebnis 226,10 oder 249,90 Euro). Sparen Sie nicht am falschen Ort. Oft müssen die Erben später viele Jahre prozessieren und Zigtausende an Anwalts- und Gerichtskosten zahlen, nur weil der Erblasser die geringen Erstberatungskosten sparen wollte. Übrigens: Bei einer Erstberatung durch uns erhalten Sie Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kostenlos.

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