Berühmte Testamente und Erbschaften

Gerhard Ruby - Portrait

Erklärt von Rechtsanwalt Gerhard Ruby, Spezialist Erbrecht

  • Alexander der Große starb am 10. Juni 323 vor Christus an Fieber, wohl Malaria. Auf dem Totenbett soll er gesagt haben: „Der Beste möge mir nachfolgen.“ Damit begannen die Diadochenkämpfe (Diadoche = Nachfolger), die zu den drei großen Diadochenreichen führten. Die Ptolemäer regierten in Ägypten (bis mit Kleopatra als letzter Ptolemäerin 30 v. Chr. Schluss war), die Seleukiden herrschten in (Klein-)Asien und die Agitoniden in Makedonien. Alexanders einiger Sohn (mit Roxane), Alexander IV., wurde ermordet, ebenso Alexanders Halbbruder Arrhidaios.
  • Zu groß sind oft die Fußstapfen, in die sich Kinder als Erben großer Väter plötzlich hineingestellt werden. Was hätte der römische Philosophenkaiser Marc Aurel (regiert 161 bis 180 n.Chr.) wohl über seinen Sohn Kaiser Commodus (180 bis 192) gesagt? Commodus erbte den Kaiserthron als 16jähriger und posierte lieber als Gladiator oder Halbgott Herkules, anstatt sich um die Staatsgeschäfte zu kümmern. Dies Unfähigkeit in Staatsdingen führte schließlich dazu, dass Commodus 192 von einem Sklaven erwürgt wurde. Commodus Mutter war übrigens die berühmt, berüchtigte Faustina, die ihren Sohn unbedingt auf dem Thron sehen wollte. Zuvor gab es mit den hervorragenden Adoptivkaisern Trajan, Hadrian, Antonius Pius und eben Marc Aurel die beste Zeit des römischen Imperiums. Manchmal sollte man sich seine Erben eben doch besser selber aussuchen, wenn man sich schon seine Familie nicht aussuchen kann (was natürlich nicht für den Ehegatten gilt).
  • Eher noch geringer war das Ansehen des Ostgotenkönigs Theodahad (regierte 534 bis 536 n.Chr.), der durch eine unglückliche Auswahll von dessen Witwe seinen Onkel Theoderich den Großen beerben durfte. Theodahad ging als Weichling und Verräter seines Volkes in die Geschichte ein, wie wir als Kinder im Sandalenfilm „Kamf um Rom“ (nach Felix Dahns Historienschinken) sehen konnten. Er wurde von seinem eigenen Volk als König abgesetzt und umgebracht. Damit gab es keinen männlichen Nachkommen Theoderisch des Großen mehr und die gotische Königslinie der Amaler starb aus.
  • Der 17. August 1786 war der Todestag Friedrichs des Großen. Friedrich der Große hatte testamentarisch verfügt, er wolle bei seinen Hunden begraben sein. Ein Beweis für Friedrichs Menschenverachtung? So sah es Georg Christoph Lichtenberg.
  • Am 15. Mai 1821 starb Napoleon Bonaparte. Der ehemalige französische Kaiser war von den siegreichen Engländern in die Verbannung auf die kleine Südatlantikinsel Sankt Helena geschickt worden. Als er dort am 15. April 1821sein Testament errichtete, hatte er kein Vermögensverzeichnis. Er musste sich auf sein Gedächtnis verlassen. Ihm vielen ständig neue Vermögenswerte ein, die ihm gehören könnten, so dass er zu seinem Testament acht Nachträge verfasste. Nach seinem Tod stellte sich heraus, dass sein Vermögen bei weitem nicht reichte, um die von Napoleon zahlreich ung großzügig ausgesetzten Vermächtnisse zu erfüllen.
  • Der deutsche Dichterfürst Heinrich Heine starb am 17. Februar 1856Heine soll sein gesamtes Vermögen seiner Frau vermacht haben, allerdings nur unter der Bedingung, dass sie wieder heirate, damit es „wenigstens einen Mann gibt, der meinen Tod bedauert.“
  • Alfred Nobel starb am 10. Dezember 1896 in Sanremo. Er hatte ein Jahr zuvor, am 27. November 1895 sein Testament verfasst. Nobel wurde mit der Erfindung des Sprengstoffs Dynamit im Jahr 1867 berühmt und unermesslich reich. Sein Testament war kurz. Er verfügte, dass sein Vermögen in eine Stiftung überführt werde. Nobel bestimmte, dass jeweils der würdigste Forscher, ungeachtet seiner Nationalität, auf dem Gebiet der Physik, der Chemie, der Medizin und der Literatur alljährlich geehrt werden. Aus den Zinserträgen des Stiftungsvermögens werden seit 1901 die Nobelpreise verliehen. Jeder Nobelpreisträger erhält 1.000.000 Euro. Zusätzlich sollte derjenige, der sich um die „ Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere“ verdient gemacht habe, als Friedensnobelpreisträger bedacht werden.
  • Franz Kafka starb  am 3. Juni 1924 in Klosterneuburg in Österreich. Der berühmte, aber von sich wenig überzeugte, Roman – Autor  ( Der Prozeß, Das Schloß) hatte in seinem Testament verfügt, daß sein literarischer Nachlass nicht veröffentlicht werden dürfe. Der zur damaligen Zeit mindestens ebenso bekannte Schriftsteller und Freund Kafkas, Max Brod, setzte sich über diese testamentarische Auflage hinweg und veröffentlichte die Werke.
  • Papst Johannes Paul II. starb am 2. April 2005 in der Vatikanstadt. Sein Testament war ein religiöses Bekenntnis und Vermächtnis. Er verfasste es am 6. März 1979 und bestätigte es fortlaufend bis zu seinem Tod. Er verwies darauf, dass er keinen Besitz hinterlasse, für den Anweisungen nötig wären. Dinge des täglichen Gebrauchs sollten angemessen verteilt werden. Private Notizen erbat er sich zu verbrennen. Was seine Beerdigung betraf, sollte das Kardinalskollegium entscheiden. Seine polnischen Landsleute bräuchten nicht eigens befragt zu werden. Nach seinem Tode bat er um die heilige Messe und Gebete.
  • Als der Showmaster Rudi Carrell am 7. Juli 2006 in Bremen verstarb, stritten sich seine drei erwachsenen Kinder und seine Witwe um das Erbe.  In seinem Testament hat er seine  Kinder zu gleichen Teilen bedacht, die Witwe sollte mit einem hohen Geldbetrag abgefunden werden. Außerdem musste sie das Wohnhaus, das die Kinder verkaufen wollten, verlassen.
  • Startenor Luciano Pavarotti starb am 6. September 2007. Er hatte gleich mehrere Testamente hinterlassen und veranlasste zwei Ehefrauen und vier Töchter über ein Vermögen von schätzungsweise 200.000.000 Euro heftige Auseinandersetzungen zu führen.

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